
Eine Medaille zu gewinnen war das Ziel. Nach einem spannungsgeladenen Wettkampf am Sonntag (20.9.) im Singener Münchriedstadion ist es am Ende Bronze geworden, ein Ergebnis, das das Frauen-Team der LG Teck glücklich machte. Denn nach dem enttäuschenden Vorjahr, als kein Treppchen in Sicht war, hätte es auch dieses Mal Platz vier werden können. Erst zum Ende hin konnte die TSG Niefern aus den Medaillenrängen verdrängt werden. Sogar Platz zwei schien kurzzeitig möglich, doch der TV Engen brachte nach sechs Disziplinen einen knappen, dahinschmelzenden 42-Punkte-Vorsprung ins Ziel. Nicht zu gefährden war der haushohe Favorit TuS Metzingen, der in allen Disziplinblöcken die meisten Punkte einheimste.
Am Start waren für die LG Teck Simone, Victoria, Franka, Anna, Kathrin und Emely. Bei trockenem Wetter und Temperaturen bis 25 Grad kämpfte der Veranstalter allerdings von Beginn an mit seiner Zeitmessanlage, was zu Verschiebungen im Ablauf führte.
Der Wettkampf begann mit den 4x100 Metern. Stets eine nervöse Angelegenheit, denn die Staffel bringt die meisten Punkte in die Wertung. Simone, Victoria, Franka und Kathrin erwischten einen guten Start und einen starken ersten Wechsel, dann fiel ein Schuss: Der Lauf wurde zurückgeschossen, weil die Zeitmessanlage erneut nicht funktionierte. Vor allem für Simone (W40) bedeutete das eine enorme Belastung, denn innerhalb von 20 Minuten musste sie zweimal 100 Meter mit voller Intensität laufen. Im zweiten Anlauf musste sie beim Wechsel zwar Victoria einbremsen, danach lief aber alles perfekt. Mit 52,21 Sekunden war das Quartett die viertschnellste unter den sieben angetretenen Staffeln. Nicht ganz so schnell wie bei den Kreismeisterschaften in Weilheim, aber eine solide Zeit, mit der man sich bereits 50 Punkte Vorsprung auf die Mannschaft der LG Eningen-Reutlingen herausgelaufen hatte.
In den folgenden Einzeldisziplinen kamen von jedem Team die beiden besten Ergebnisse in die Wertung. Im Weitsprung sollten Kathrin, Victoria und Franka punkten, doch böiger Wind erschwerte optimale Sprünge. Nach dem ersten von drei Versuchen standen für das Trio lediglich drei Meter als Wertung zu Buche. Im zweiten Durchgang gelang Kathrin ein guter Sprung, doch vor lauter Freude lief sie innerhalb der Grube zurück, sodass der Versuch ungültig war. Auch Victorias zweiter Versuch wurde nicht gewertet. Franka sorgte mit 4,80 Metern für etwas Erleichterung, der Druck blieb jedoch groß. In der dritten Runde lieferten dann Kathrin mit 4,98 Metern und Victoria mit 4,90 Metern. Schade, dass kein Fünf-Meter-Sprung dabei war, denn beide Athletinnen haben in dieser Saison mehrfach Weiten deutlich über fünf Meter gezeigt, Kathrins Saisonbestleistung liegt bei 5,46 Metern. Dennoch war es das drittbeste Disziplinergebnis, und der Abstand auf die TSG Niefern auf Platz drei schrumpfte auf 15 Punkte. Zugleich zeichnete sich ab, dass Metzingen den Verfolgern in großen Schritten enteilte.
Im Speerwerfen gelang Anna und Franka zwar kein Ausreißer nach oben, aber auch keiner nach unten. Mit 28,30 und 27,96 Metern setzten sich die Geschwister mit bis dahin 3162 Punkten minimal, nämlich neun Punkte, vor die TSG Niefern und damit auf den dritten Gesamtrang. Da alle Teams hinter Metzingen ähnliche Ergebnisse erzielten, konnte die LG Teck zudem zehn Punkte auf den TV Engen auf Platz zwei gutmachen.
Trotz guter 100-Meter-Zeiten von Kathrin (13,23 Sekunden) und Victoria (13,71 Sekunden) wurde das Team wieder von Niefern überholt, allerdings nur mit neun Punkten Rückstand, während man dem TV Engen 26 Punkte näher kam. Es waren sehr gleichwertige Mannschaften: mal mit einer extrem starken und einer schwächeren Leistung, mal, wie im Weitsprung und Speerwurf bei der LG Teck, mit zwei gleichwertig hohen Ergebnissen.
In den vergangenen Jahren fiel die Entscheidung im abschließenden 800-Meter-Lauf. Diesmal blieb Franka, Emely und Kathrin keine Zeit für taktische Spielchen, sie mussten alles geben, um möglichst viele Punkte zu holen. Franka lief zum Saisonende noch eine Bestleistung von 2:35,82 Minuten, die viertschnellste Zeit im Feld. Entscheidend war zudem, dass die grippegeschwächte Emely sich durchkämpfte und mit 2:46,24 Minuten ganz wichtige Punkte im Kampf um die Medaillenränge einbrachte. In der Summe nahm das Team der TSG Niefern 100 Punkte ab und schob sich mit 5116 Punkten nach fünf von sechs Disziplinen wieder auf Rang drei vor. Der Vorsprung auf Niefern betrug vor dem abschließenden Kugelstoßen 73 Punkte, es blieb also extrem spannend.
Metzingen lag vor dem Kugelstoßen bereits uneinholbar vorn, Eningen-Reutlingen abgeschlagen auf Platz fünf. Dazwischen konnte noch alles passieren, das Ziel war aber in jedem Fall, Platz drei zu halten. Victoria eröffnete erstmals mit der Vier-Kilogramm-Kugel und kam auf 8,02 Meter. Simone stieß gleich im ersten Versuch mit 8,56 Metern zur Saisonbestleistung, was will man mehr zum Saisonende. Anna, die Spezialistin im Stoß, katapultierte die Kugel dann auf eine neue persönliche Bestleistung von 10,83 Metern, hinter den beiden Metzingerinnen die beste Weite des Tages. Damit ging die LG Teck mit dem zweitbesten Disziplinergebnis aus dem Wettbewerb, hielt Niefern auf Distanz und verkürzte auf den zweitplatzierten TV Engen, der im Kugelstoßen 88 Punkte einbüßte, bis auf 42 Punkte. Trotz dieser grandiosen Aufholjagd fehlten am Ende also 42 Punkte zum Silbertreppchen.
Baden-Württembergischer Team-Meister der Frauen wurde die TuS Metzingen (6770 Punkte) vor dem TV Engen (6076), der LG Teck (6034), der TSG Niefern (5905) und der LG Eningen-Reutlingen (5635).
Ein großer Erfolg für das Frauenteam, denn wer hätte vor dem Wettkampf gedacht, dass es so spannend und knapp wird. Herzlicher Dank gilt Fan Karsten sowie Nadine und Sandra fürs Coachen und Kampfrichtern. „Sportlerball, wir kommen!“, rief Simone, sobald die letzte Kugel gestoßen war.